S: Forschungswerkstatt Teil 1

Dozent:innen: Dr. Nadine Baston; Dr. Henrik Bellhäuser; Dr. Torsten Cress; Univ.-Prof. Dr. Marius Harring; Jun.-Prof. Dr. Ulrike Krein; Dr. Simone Ohlemann; Univ.-Prof. Dr. Carla Schelle; Tobias Schwarz
Kurzname: S: FW
Kurs-Nr.: 02.628.240
Kurstyp: Seminar

Voraussetzungen / Organisatorisches

Wichtige Hinweise zu dieser Veranstaltung:
Mit Anmeldung zu der Forschungswerkstatt entscheiden Sie sich verbindlich zur Teilnahme an dieser zweisemestrigen Veranstaltung und der mündlichen Abschlussprüfung. Dabei sind folgende Punkte unbedingt zu beachten:

1. Mit der Anmeldung zu dieser Veranstaltung sind Sie automatisch für den zweiten Teil der zweisemestrigen Veranstaltung im kommenden Semester angemeldet.
2. Mit der Anmeldung zu dieser Veranstaltung melden Sie sich gleichzeitig verbindlich zu der mündlichen Abschlussprüfung des Moduls an.
3. Die mündliche Modulabschlussprüfung findet im zweiten Semester der Veranstaltung statt. Genaue Termine und Prüfungsmodalitäten teilen Ihnen die Dozenten/innen mit.
4. Die technische Eintragung in Jogustine zu dem zweiten Teil der zweisemestrigen Forschungswerkstatt sowie der mündlichen Prüfung geschieht automatisch spätestens zu Beginn des zweiten Semesters der Veranstaltung.
5. Die Veranstaltungstermine im zweiten Semester der Forschungswerkstatt sind identisch mit den Terminen des ersten Semesters. Sollte es aus organisatorischen Gründen zu Änderungen kommen, werden Sie darüber so früh wie möglich informiert.
6. Es ist nicht möglich, in eine andere Veranstaltung zu einem anderen Termin und/oder einer/m anderen Dozenten/in zu wechseln, da es sich um eine durchgehende Veranstaltung handelt, die sich über zwei Semester erstreckt.
7. Werden Sie auf Grund mangelnder Beteiligung oder zu häufigem unentschuldigten Fehlens in der Veranstaltung inaktiv gesetzt, so ist die gesamte Veranstaltung zu wiederholen. Werden Sie z.B. im zweiten Semester der Forschungswerkstatt inaktiv gesetzt, so müssen Sie die Veranstaltung mit dem ersten Teil erneut beginnen.
8. Wird die mündliche Prüfung nicht bestanden, muss nicht die vollständige Forschungswerkstatt wiederholt werden. Vielmehr kann ein Wiederholungstermin mit den Prüfer/innen vereinbart werden.
9. Werden Sie inaktiv gesetzt, so können Sie die Forschungswerkstatt bei einer/einem/ Dozenten/in Ihrer Wahl wiederholen. Achtung: Auch in der Forschungswerkstatt gilt, dass bei dreimaligem Inaktivsetzen keine Anmeldung zu der Veranstaltung mehr gültig ist.
10. Gegenstand der mündlichen Prüfung sind sowohl die Inhalte der Vorlesung des M.Ed.-Moduls als auch die Inhalte der Forschungswerkstatt.
11. Die Forschungswerkstatt kann nur in ganz wenigen Ausnahmefällen nach Absolvierung des ersten Teils unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt mit Teil 2 fortgesetzt werden. Gründe für eine Unterbrechung sind z.B. ein verpflichtender Auslandsaufenthalt oder eine nachgewiesene Erkrankung. Kein Grund für eine Unterbrechung und spätere Fortführung ist die Exmatrikulation aus dem M.Ed. In diesem Fall ist die Forschungswerkstatt mit Teil 1 erneut zu beginnen, sobald Sie wieder in den M.Ed. eingeschrieben sind.
12. Erbringen Sie Leistungen in der Forschungswerkstatt, ohne dass Sie in den M.Ed.-Studiengang immatrikuliert sind, so sind diese in jedem Fall ungültig und werden auch nachträglich nicht angerechnet!
-------------------------------------

Inhalt

In den Forschungswerkstätten werden thematisch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Nachfolgend finden Sie kurze Kommentare zu den Inhalten der jeweiligen Forschungswerkstatt.
--------------------------

Forschungswerkstatt im Masterstudium – Unterrichtsqualität aus der Perspektive der Praxi.  Marius Harring (Schulpädagogik)

Lernwirksame Unterrichtsmerkmale zu erkennen, zu analysieren und alternative Handlungsoptionen bestimmen zu können, stellt ein wichtiges Merkmal für professionelles Handeln im Unterrichtskontext dar. Entsprechend ist die reflexive Auseinandersetzung mit Unterricht und seiner Qualität zentral für den Professionalisierungsprozess angehender Lehrkräfte. Was macht aber eine Unterrichtsqualität konkret aus? An welchen Merkmalen lässt sie sich festmachen? Muss Unterrichtsqualität in jedem Fach gesondert betrachtet werden? Welchen Blick auf Unterrichtsqualität hat die Schulpraxis, vor allem Lehrerinnen und Lehrer sowie Akteure der zweiten Phase der Lehrkräftebildung (z.B. Seminar- und Fachleiterinnen und Fachleiter)? Welches gemeinsam geteilte Verständnis von Unterrichtsqualität liegt überhaupt vor? 
Hier setzt die Forschungswerkstatt an. Ziel der Veranstaltung ist es, unter Bezugnahme theoretischer Modelle (z.B. Basisdimensionen von Unterrichtsqualität nach Klieme) und auf der Basis bisheriger empirischer Befunde, Unterrichtsqualität aus einer schulpraktischen Perspektive zu untersuchen. Hierzu werden in kleinen Expertengruppen eigene empirisch-quantitative oder -qualitative Forschungsprojekt konzipiert und durchgeführt. Dabei durchlaufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der zweisemestrigen Veranstaltung den gesamten Forschungsprozess (Erarbeitung der theoretischen Grundlagen, Auseinandersetzung mit dem empirischen Stand der Forschung, Formulierung von Forschungsfragen, Konzeption eines Datenerhebungsinstrumentes, Datenerhebung, Dateneingabe, Datenanalyse und Präsentation der Ergebnisse).

--------------------------

Forschungswerkstatt im Masterstudium – Nadine Baston (Schulpädagogik)

In der Forschungswerkstatt steht die Reflexion und Interpretation von Unterrichtssituationen im Fokus mit dem Ziel Studierenden ein vertieftes Verständnis von Lehr-Lernprozessen zu vermitteln und mit ihnen Handlungsoptionen für die Unterrichtspraxis zu entwickeln. Als theoretische Grundlage dient das Modell der Basisdimensionen guten Unterrichts, bestehend aus Klassenführung, unterstützendem Unterrichtsklima und kognitiver Aktivierung (vgl. Klieme et al. 2006). 
Im Zuge des ersten Teils der Forschungswerkstatt setzen Sie sich zunächst mit den theoretischen und methodischen Grundlagen (u.a. Indikatorenbasierte Videoanalyse) auseinander. Angelehnt an das Forschende Lernen entwickeln Sie in Gruppen anschließend eigene Forschungsfragen, wählen Datenmaterial aus (Wahl aus bestehendem Fundus oder Aufnahme eigener Sequenzen/Daten) und entwickeln passende Analyseinstrumente. Im zweiten Teil der Forschungswerkstatt werden Sie dann Ihr Datenmaterial mit Hilfe der zuvor gebildeten Instrumente (z.B. Indikatoren, Kategorien etc.) und auf Grundlage der Theorie analysieren, reflektieren und multiperspektivisch diskutieren. In einem letzten Schritt werden Handlungsalternativen entwickelt und die Bedeutung der Ergebnisse aus der eigenen Forschung für die Praxis erörtert. Die Ergebnisse des Gesamtprozesses werden gegen Ende des zweiten Semesters für die Abschlusspräsentation aufbereitet. 

--------------------------

Forschungswerkstatt im Masterstudium  Adressierung und Gegenstand in schulischen Praktiken in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. 
Carla Schelle (Schulpädagogik)

Kommunikation, Interaktion und Fachlichkeit sind kennzeichnend für das Unterrichtsgeschehen. Die Art und Weise wie sich Lehrpersonen, Schüler*innen adressieren, wie sie miteinander reden und worüber sie reden (es geht im Unterricht immer um etwas, um Inhalte, Themen, Gegenstände) sind Schwerpunkte dieser Lehrveranstaltung, die sich diesen Fragestellungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten widmet. Nach einer Einführung in die Möglichkeiten der Unterrichtsbeobachtung und der Unterrichtsanalyse haben die Studierenden die Aufgabe, (anhand vorliegender oder auch selbst erhobener Daten) eigene kleine Fallstudien in Gruppen zu entwickeln.

Die Forschungswerksatt startet in der zweiten Semesterwoche am 24. April 2026.

--------------------------

Forschungswerkstatt im Masterstudium Critical Data Literacy im schulischen Kontext. Ulrike Krein (Medienpädagogik)

Daten prägen gesellschaftliche Entscheidungsprozesse in zunehmendem Maße, insbesondere durch die wachsende Verbreitung KI-basierter Systeme. Ein kritischer und reflektierter Umgang mit Daten ist daher hochrelevant und muss gesamtgesellschaftlich gefördert werden. In diesem Zusammenhang kommt der Schule als zentrale Bildungsinstitution eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Forschungswerkstatt der Frage, wie Critical Data Literacy im schulischen Kontext gefördert werden kann. Ausgehend von Perspektiven der Critical Data Studies werden wir uns mit dem Phänomen der Datafizierung, verstanden als Prozess der Generierung und Nutzung von (digitalen) Daten, befassen und uns der Frage widmen, welche Implikationen mit einer Datafizierung (in) der Schule einhergehen. Darauf aufbauend wird gemeinsam erarbeitet, was unter Datenbildung aus einer humanistischen Perspektive zu verstehen ist und wie eine Critical Data Literacy im schulischen Kontext gefördert werden kann.
Nach einer theoretischen Einführung erfolgt im ersten Semester eine Einführung in qualitative Forschungszugänge und Methoden. Im Anschluss an die method(ologische) Einführung erhalten die Studierenden die Möglichkeit, eigene Forschungsfragen sowie ein entsprechendes Forschungskonzepte zu entwickeln, welche im Fortgang der Forschungswerkstatt begleitet durch Kolloquien eigenständig durchgeführt werden. Ggf. besteht auch die Möglichkeit zur Mitarbeit in einem aktuellen Drittmittelprojekt. Weitere Informationen zum Ablauf der Veranstaltung, den Zielen, Inhalten und der Literatur werden in der konstituierenden Sitzung bekannt gegeben.

--------------------------

Forschungswerkstatt im Masterstudium  Torsten Cress und Tobias Schwarz (Soziologie)

Die Soziologie geht im Allgemeinen davon aus, dass die Institution Schule drei gesellschaftliche Funktionen erfüllt: Erstens vermittelt sie schulisches Wissen an die Schüler (Vermittlungsfunktion), zweitens vermittelt sie Wissen über Schüler, denn sie beurteilt eben diesen Wissenserwerb und lenkt Schüler in entsprechende Schullaufbahnen (Selektionsfunktion) und drittens setzt sie bei den Schülern bestimmte Verhaltensanforderungen (etwa Disziplin) durch (Integrationsfunktion). Die Forschungswerkstatt beschäftigt sich intensiv mit der ersten Funktion der Schule, Wissen zu vermitteln. Die Wissensvermittlung basiert im schulischen Unterricht auf der mündlichen Bearbeitung des „Schulstoffs“ sowie seiner Darstellung in Form von Schrift (etwa an der Tafel) und in Form von Lehrmaterialien (etwa das Prisma in Physik). Die auf zwei Semestern angelegte Forschungswerkstatt macht sich im ersten Semester mit der neuen Literatur über diskursive Praktiken und über den Gebrauch von Lehrmaterialien vertraut; ferner werden die methodischen Grundlagen für eigene qualitativ-empirische Studien erarbeitet. Diese kleineren empirischen Arbeiten der Master-Studierenden orientieren sich an der Frage-stellung, wie schulisches Wissen, das in der genannten Weise in der Schulklasse behandelt wird, von den Schülern angeeignet, d.h. gelernt wird. Das zweite Semester dient der Bearbeitung und Diskussion der empirischen Arbeiten der Studierenden.

Achtung: Der zweite Teil der Forschungswerkstatt findet in der Soziologie i.d.R. im Block statt. Die Termine werden in den Seminaren vereinbart.
--------------------------
 

Zusätzliche Informationen


Forschungswerkstatt im Masterstudium – Henrik Bellhäuser und Simone Ohlemann (Psychologie)

In der Forschungswerkstatt Psychologie werden aktuelle Theorien und empirische Studien aus der Lehr-Lernforschung bearbeitet. An ausgewählten Arbeiten zu verschiedenen Themen, z.B. interindividuelle Unterschiede im Lernen und Konsequenzen für Lehren, Gestaltung von Lernumgebungen, Lernen mit Visualisierungen, Förderung von Informationsverarbeitung, diskutieren wir den Stand der Forschung. Unter Anleitung entwickeln die Studierenden neue Fragestellungen und überprüfen diese mit empirischen Methoden und evaluieren die Ergebnisse mit Hinblick auf Gestaltung von Lernumgebungen im Unterricht.
Die Forschungswerkstatt gliedert sich in drei Phasen: Im ersten Semester werden die theoretischen Grundlagen eines ausgewählten Forschungsgebietes erarbeitet und daraus eigene neue Forschungsfragen abgeleitet. Zudem werden in dieser Phase die empirischen Forschungsmethoden vermittelt, die zur Beantwortung der Forschungsfrage benötigt werden, und eine entsprechende empirische Studie konzipiert.
In der vorlesungsfreien Zeit wird diese Studie durchgeführt. Dazu ist es notwendig, Datenerhebungen durchzuführen; ggfs. muss dabei terminlich auf Rahmenbedingungen (z.B. Schulferien oder größere Forschungsprojekte) Rücksicht genommen werden.
Im abschließenden zweiten Semester werden die erhobenen Daten ausgewertet und in einem Forschungsbericht dokumentiert.

Achtung: Die Forschungswerkstätten von Herrn Bellhäuser und Frau Ohlemann finden 14tägig 4stündig statt!

Thematische Schwerpunkte:

Henrik Bellhäuser:
Generative KI-Tools werden von vielen Schüler*innen bereits im Schulalltag genutzt – etwa für Hausaufgaben, Projektarbeit und vereinzelt auch im Unterricht. Dabei stellt sich eine zentrale Frage für Lehrkräfte: Wie lässt sich KI so einsetzen, dass sie Lernen, Verständnis und eigenständiges Denken fördert – statt nur schnelle Lösungen zu produzieren?
In der Forschungswerkstatt bearbeiten wir diese Frage anhand aktueller Forschung und eigener Datenerhebung. Zunächst sichten und diskutieren wir Forschungsliteratur dazu, unter welchen Bedingungen generative KI Lernprozesse unterstützen kann – und wo Risiken (z. B. unkritische Übernahme, Fehler, Scheinverständnis) liegen. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam eine empirische Studie zu der Frage, wie Schüler*innen dazu angeleitet werden können, KI sinnvoll und produktiv als Lernunterstützung einzusetzen. Diese Studie wird in Schulklassen durchgeführt, statistisch ausgewertet und mit Präsentationen und einem Forschungsbericht dokumentiert.

--------------------------

Kurse in Kleingruppen

S: FW1 - Baston EZW

S: FW1 - Bellhäuser PSY

S: FW1 - Cress SOZ

S: FW1 - Harring EZW

S: FW1 - Krein MPäd

S: FW1 - Ohlemann PSY

S: FW1 - Schelle EZW

S: FW1 - Schwarz SOZ